Safe and Sound Protocol™ (SSP):

Training für glückliche soziale Beziehungen & ein Leben im Gleichgewicht

Was ist das Safe and Sound Protocol™?

Ganz kurz könnte man sagen: Wie die Liebe durch den Magen geht, geht das Wohlbefinden durch das Ohr.

Kern der SSP-Anwendung ist das Training des kleinsten Mittel-Ohrmuskels. Das geschieht durch speziell bearbeitete und gefilterte Musik – SOUND. Geborgenheit, Sicherheit – innen und außen – SAFE sein, das ist der Zustand, indem wir für das Training aufnahmefähig sind. Im Zusammenspiel entfaltet sich die positive Wirkung auf unser Nervensystem.

„Sicherheit ist die Grundlage allen Wachstums.“
Stephen Porges

Seine Forschungen zeigen, dass unser Nervensystem weiß, was für ein zufriedenes, sicheres Leben mit erfüllenden sozialen Beziehungen notwendig ist. Denn dafür hat die Evolution bereits vor rund 200 Millionen Jahren die Weichen gestellt. Mit grundlegenden Überlebensstrategien und sozialen Bedürfnissen, die unser Wohlbefinden und vor allem den Fortbestand der Art sichern. Willkommen in der spannenden Welt der Neuroanatomie!

SSP bedeutet erfüllt leben statt gestresstes Überleben!

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„Es funktioniert und es ist enorm effektiv!“

SSP ist leicht anzuwenden, es funktioniert und ist enorm effektiv!“ Die Teilnehmer:innen waren zunächst überrascht über die einfache Methode und dann begeistert, welche wunderbaren Veränderungen sich durch die SSP-Anwendung eingestellt haben. Das reicht vom verbesserten Allgemeinzustand bis hin zur Auflösung stressbedingter Faktoren, wie Ängste, Schlafstörungen usw.

Mein Angebot für Sie!

Alles Wissenswerte zu SSP:

So, und was ist jetzt das Safe and Sound Protocol™ genau?

Rein wissenschaftlich ausgedrückt: SSP oder Safe and Sound Protocol™ ist eine patentierte, nicht-invasive Anwendung der Polyvagal-Theorie. Das Safe and Sound Protocol™ (‚Protocol‘ = ‚Anwendung‘) ist eine akustische Intervention, die unseren mit rund 7 mm kleinsten quergestreiften Körpermuskel – den Musculus Stapedius (Steigbügel) – im Mittelohr trainiert und damit auf Vordermann bringt. Es ist eine Anwendung von speziell gefilterter und bearbeiteter Musik auf Basis und Vorgabe von Stephen Porges und der von ihm entwickelten Polyvagal-Theorie.

Wie Safe and Sound angewendet wird

Die Musik wird mittels eines Über-Ohr Kopfhörers für einen bestimmten, variablen Zeitraum gehört (von 3 – 30 Minuten je Anwendung/Nutzung). Die gesamte Hör-Dauer beträgt 5 Stunden gefilterter und bearbeiteter Musik, zeitmäßig variabel aufgeteilt. Originär hatte man mit 60 Minuten Intervention begonnen. Mittlerweile sind die Experten sich einig, dass kürzere Phasen leichter zu integrieren sind und eine Überbeanspruchung des Nervensystems eher unwahrscheinlich machen. Das ist die Abteilung SOUND (aus Safe and Sound).

Die Abteilung SAFE wird durch die äußere und innere Sicherheit gewährleistet: wir hören diese Musik, wenn wir in einem inneren und äußeren Zustand der gefühlten Sicherheit sind. Also im aktiven sozialen Nervensystem, dem ventralen Vagus. Es ist ein aktives Hören. Wir putzen dabei nicht und machen auch keinen Spaziergang oder Sport. Wir sind in einem Zustand ruhiger, gelassen entspannter Wach- und Aufmerksamkeit. Denn wie wir jetzt schon wissen: lernen und Entwicklung –also auch Integration und Wachstum– sind nur möglich, wenn wir uns sicher fühlen. Also leben. Im Zustand des Überlebens können wir nichts Neues integrieren, trainieren oder lernen.

Dafür gibt es im Safe and Sound Protocol™ zwei Modalitäten: wir sind selber in einem solchen Zustand oder wir holen uns Co-Regulation durch ein sicheres Gegenüber. Das kann unser Hund, unsere Katze, unser Partner, eine Freundin oder eben der Facilitator des SSP sein, oder auch ein zusätzlicher Therapeut. Denn SSP ist ein Training des sozialen Nervensystems. Es ist keine alleinstehende Therapie!

Wieso funktioniert die Safe and Sound Anwendung?

Es ist ein einfacher Vorgang. Unsere Mittelohrmuskulatur filtert Geräusche aus der Umgebung. Das Gehörte wird auf die Faktoren Sicherheit oder Gefahr/Lebensbedrohung hin überprüft und eingeordnet.

Wie findet diese Einordnung statt?

Was für uns jeweils als sicher in unserem Nervensystem verankert ist, speichern wir bereits in unserer frühestens Kindheit – sogar bereits im Mutterleib ab. Es ist im Idealfall die Frequenz der liebevollen, fürsorglichen, melodischen und vor allem authentischen Stimme der Mutter/des Vaters/der Bezugspersonen. Begegnen uns Töne innerhalb dieses Frequenz-Spektrums in unserem Leben – üblicherweise eine Frequenz zwischen 600 und 2000 Hertz – fühlen wir uns sicher und geborgen. Ist das nicht beindruckend?

Kann man „sich-geborgen-fühlen“ trainieren?

Um diese Filterung zu bewerkstelligen benötigen wir den aller kleinsten Muskel in unserem Körper: den Stapedius (Steigbügel) im Mittelohr. Er ist so zart, klein und winzig (7 mm!) und doch ist seine Bedeutung gewaltig: sein Zustand entscheidet ob wir entspannt oder angespannt durchs Leben gehen. Mit einem eingestellten Nervensystem (attuned) oder einem umgestimmten/verstimmten Nervensystem (retuned, distortet). Und genau hier setzt das SSP an.

SSP arbeitet mit speziell gefilterter Musik. Aktuell ist dies amerikanische Popmusik oder Kindermusik. Demnächst gibt es ein gefiltertes Programm mit klassischer Musik. Diese speziell nach einem von Stephen Porges entwickelten und patentierten Verfahren gefilterte und bearbeitete Musik trainiert die Mittelohrmuskulatur. So wie wir Muskel-Training auch sonst kennen. Es baut Muskulatur auf. Im Falle der Mittelohrmuskulatur wird diese stark und widerstandsfähig. Sie kann wieder ihrer Aufgabe nachkommen und Stimmen und Geräusche sauber filtern: sie hört wieder die menschliche Stimm-Frequenz – und filtert hoch- oder niederfrequente Geräuschquellen heraus anstatt umgekehrt sich auf diese zu konzentrieren und die menschliche Stimme heraus zu filtern.

Denn ein Zeichen eines nicht-aktiven, eines schwachen Stapedius wäre, dass er auf Alarm gepolt ist: er filtert die menschliche Stimme einfach heraus um sich auf Geräusche von Gefahr und Bedrohung im nieder- oder hochfrequenten Bereich außerhalb der sicheren, melodischen und prosodischen (Intonation / Authentizität) menschlichen Stimm-Frequenz zu fokussieren. Damit setzt er das Nervensystem in einen Zustand von ständiger Erregung oder Abschaltung durch Melden von Gefahr und damit einsetzender notwendiger, erlernter Überlebens-Strategien.

Online Anwendung weltweit

Das Tolle am Safe and Sound Protocol von Steven Porges ist: Sie können dieses jetzt online, selbstbestimmt, selbstwirksam und autark anwenden und nutzen. Entweder mit mir, Sheyda Schreiber als Ihr SSP-Coach. Wir arbeiten gemeinsam online oder auf Wunsch gemeinsam in einer Praxis. Oder Sie können nach einer Freischaltung durch mich, Ihre Betreuerin, Sheyda Schreiber auch ganz alleine mit einer APP arbeiten – egal wo Sie gerade auf der Welt unterwegs sind!

Stephen Porges hat seit 2021 eine remote facility, also eine Anwendung in räumlicher Distanz, autorisiert.

Ist das Safe and Sound Protocol™ für mich geeignet?

Oh ja, da gibt es so viele Möglichkeiten, wie diese einfache Anwendung millionenfach Menschen darin unterstützen kann zu leben, anstatt nur zu über-leben und ihr/unser authentisches Selbst zu entwickeln. Ich sage also: es ist für alle Menschen sinnvoll! Auch ich wende SSP an und bin absolut geflasht und begeistert. Meine erste Erfahrung war, dass meine rechte Gesichtshälfte für einen Tag und eine Nacht schmerzte. Anspannungen konnten sich lösen und nach einem Tag war ich schmerzfrei. In meinem Gesicht (der oberen Gesichtshälfte) entstand gefühlt mehr Platz und Raum, und in meinem Körper ebenso. Mein Kiefermuskel, meine Zahnreihen bekamen mehr Luft und Raum. Es fühlte sich wie ein kontinuierliches Lächeln, ein Zustand der Leichtigkeit und Zugänglichkeit an, der in meinem Gesicht stand.
Dieser Raum, dieser Platz ist notwendig um Gefühle, Emotionen, Reaktionen, Reize und Affekte in uns aus-halten zu können. Zu verarbeiten und zu verdauen. Sie bekommen Platz und dürfen sein. Wie in einem Container. Ohne diese ungefiltert für uns und unsere Mitwelt hinein in diese hinein zu gießen –weil wir übervoll, gestresst, gesteuert und unbewusst sind.
Im weiteren Verlauf zeigten sich viele Dinge, die sich erst zeigen können und dürfen, wenn wir ihnen Raum geben (können), sie in uns halten können. Ich bin Stephen Porges zutiefst und von Herzen dankbar für sein Sein, mein Studium bei ihm und seine Forschung zum Wohle des Miteinanders in Frieden.
Wir sind uns beide einig, dass wir als Menschheit heute alle traumatisiert sind.  Auf die eine oder die andere Art. In jedem Fall ist davon immer unser Nervensystem betroffen.

Mögliche Anwendungsbeispiele sind:
  • Prüfungsstress, Examensstress
  • Nähe-Distanz Themen
  • Kommunikations-Themen
  • Überempfindlichkeit gegen Geräusche
  • Unruhe
  • Nervosität
  • Eingehen sozialer Kontakte
  • Anspannung
  • oder schlichtweg: Sie wollen ein soziales Nervensystem, welches eingestellt und aktiv ist. Für ein Leben. Nicht ein Überleben.
Eine wichtige Anmerkung

Da ich keine Heilpraktikerin oder Ärztin nach dem deutschen Heilkunde-Gesetz bin, nutze ich SSP in meiner Funktion als Coachin, Begleiterin und Beraterin zur Steigerung des Lebensgefühls, der Lebendigkeit und des Well-Beeing.

Für Menschen mit einer diagnostizierten Epilepsie, Depression, Trauma-Störung oder anderen schweren mentalen oder psychischen Einschränkung partnere ich zusammen mit einem Münchener Arzt! Also auch dies ist in Partnerschaft möglich und Sicherheit somit gewährleistet!

Da ich als Coach keine Therapieerlaubnis besitze und darum bestehende Erkrankungen nicht behandeln kann und darf, biete ich die Anwendung des Safe & Sound Protocol™ nach Dr. Stephen Porges ausschließlich für Interessenten an, bei denen ausdrücklich keine diagnostizierte psychische Erkrankung oder Epilepsie vorliegt!

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Die Hintergründe und Details der Polyvagal-Theorie:

Hintergründe:

Porges revolutionierte das weltweite Verständnis des Nervensystems. Seine Theorie veröffentlich er 1994 und nannte sie die Polyvagal-Theorie. Er fand heraus und stellte klar, dass Säugetiere (wie wir Menschen es sind) drei neuronale (Nervenbahnen) Kreisläufe haben. Sie interagieren miteinander in einer perfekten Harmonie und bedingen sich gegenseitig. Zusammen genommen stellen sie unser autonomes Nervensystem dar und her. Autonom bedeutet: eigenständig, automatisch und vor allem blitzschnell in seiner Re-Aktion ohne unser bewusstes Zu-Tun.

Warum ist das so? Weil unser Nervensystem eine der wichtigsten Aufgaben erfüllt: es sichert ohne Wenn und Aber unser Über-Leben. Mich berührt diese bedingungslose Arbeit, auf die wir uns immer verlassen können, zutiefst.

Wie arbeitet das Nervensystem?

Das Spannende an der Arbeit des Nervensystems ist, dass das alles eigentlich ganz einfach funktioniert. Wir denken nur allzu oft, dass alles kompliziert sein muss. Und das Schöne daran ist, dass wir erkennen dürfen, wir sind nie allein! Unser Nervensystem passt immer auf uns auf.

Die Hauptaufgabe des Nervensystems ist die Regulation der Physiologie (Physis altgr. = natürliche Beschaffenheit des Körpers; logos altgr. = Lehre, Wort, Erzählung), also aller natürlichen Prozesse in einem lebendigen Organismus (des Säugetiers), die in einer absolut und fein abgestimmten Harmonie zueinander stehen (Homöostase). Der reine, physiologisch vorgesehene und erwünschte Urzustand ist ein gesunder Organismus.

Regulator dieser Physiologie ist das autonome Nervensystem. Gerät die Balance durch bestimmte Faktoren aus dem gesunden und lebenswichtigen Gleichgewicht, greift das autonome Nervensystem regulierend in die automatischen Prozesse ein, um das Überleben des Organismus zu sichern und um dann möglichst rasch in einen Zustand der balancierten Homöostase zurück zu gleiten.

Unser autonomes Nervensystem sondiert, beobachtet und bewertet kontinuierlich zwei Faktoren:

Die äußere Umwelt und unser innerkörperliches-Erleben/die innere EigenweltDie äußere Umwelt wird mittels Augen und Ohren wahrgenommen und ausgewertet (also visueller und akustischer Reize). Auch der Geruch spielt eine Rolle. (Der Geruchssinn bleibt an dieser Stelle außen vor, und wird nicht weiter thematisiert.) Das innere Erleben, das Innenleben auf physiologischer Ebene wird dem Gehirn über Nervenbahnen aus unserem Inneren (plastisch aus unseren Eingeweiden) heraus nach oben gemeldet.

Beide Faktoren werden einzeln und kumuliert wahrgenommen. Die Entscheidung ob der passenden das Überleben sichernden Reaktion des autonomen Nervensystems bestimmt dann unser Handeln, unsere Re-Aktion. Innen wie außen. Um die gefährdete und für kurze Momente der Gefahrenabwehr aus der Balance gebrachte Homöostase als bald als möglich und sicher wieder her zu stellen.

Unser Nervensystem prüft genau und erfahrungsbasiert:

Sind wir sicher?

Sind wir in Gefahr? oder

Besteht akute Bedrohung des Lebens, also Lebensgefahr?

Je nach Ergebnis wird auf ein anderes Szenario zurück gegriffen.

Die dazu uns innewohnenden drei neuronalen Kreisläufe – auf die wir hier noch näher eingehen – sind mit allen wichtigen Stellen im Körper und Gehirn verbunden um diese Messungen in Perfektion durchzuführen und auszuwerten. Dazu ziehen sie evolutionäre, vererbte sowie im eigenen Leben erlebte Erfahrungen heran um diese Ergebnisse dann valide anzuwenden und den Organismus entsprechend zu regulieren.

Die drei Kreisläufe des autonomen Nervensystems sind:

Erster Teil: Der Sympathikus

Einsatz bei Gefahr, die gebannt werden kann: dieser wird genutzt, wenn das Nervensystem Gefahr meldet, auf die wir adäquat mit Kampf oder Flucht reagieren könn(t)en. Er reguliert die physiologischen Prozesse der Atmung, des Herzschlages, der Verdauung und der Muskulatur. Wir bekommen weite Pupillen um mehr sehen zu können, unser Gehört filtert die menschliche Stimme heraus um hoch- oder niederfrequente Geräusche von Gefahr besser hören zu können (und hier liegt das Trainings-Geheimnis der Anwendung des Safe and Sound Protocols – dazu später mehr), unser Herz pumpt mehr Blut in unsere Muskeln (damit diese kämpfen oder flüchten können) und unsere Verdauung wird gehemmt. Denn für diese ist bei Kampf oder Flucht keine Zeit.
Dieser physiologische Prozess ist bei allen entwickelten Säugetieren gleich!

Immense Wichtigkeit hat, dass unser Organismus nur eine limitierte Zeit in diesem höchst aufgeregten/angeregten und für den Körper anstrengenden Zustand bleiben kann. Das bedeutet: die notwendige Sicherheit für eine gesunde Homöostase im Körper sollte möglichst innerhalb dieses kurzen Zeitfensters wieder hergestellt sein! Wir reden hier von Sekunden bis zu wenigen Minuten. Länger kann unser Körper uns diese exzessive Kraft ohne Schaden davon zu tragen nicht zur Verfügung stellen.

Mögliche Zeichen und Folgen einer Überbeanspruchung des Sympathischen Kreislaufes sind beispielsweise:

  • verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • Kurzatmigkeit
  • reine Brustatmung
  • Nervosität
  • schnellerer Puls
  • hohes Erregungslevel
  • angespannte oder verspannte Muskulatur
  • leichte Erregbarkeit/Explosivität
  • Verdauungsproblematiken
  • Anspannung
  • Schlafstörungen.

Beispiel aus dem Tierreich: Gepard greift an und schlägt die Beute. Das findet im Zustand des aktivierten Sympathikus statt. Dafür hat er von der Natur nur ein physiologisches Zeitfenster von wenigen Sekunden. Danach ist sein Organismus völlig ausgepumpt und hat keine weitere Kraft seine Beute oder sich noch einmal durch Kampf zu sichern oder zu verteidigen oder neue Beute zu jagen. Er müsste sich zuerst ausruhen und neue Kräfte sammeln, bevor ein zweiter Angriff möglich wäre. Schafft er es in der von der Natur gegeben Zeit, die sein Sympathikus ihm erlaubt in einem Tempo von 130 km/h an seine Beute zu gelangen – ist sein Überleben durch Nahrung erst einmal gesichert. Schafft er es nicht, darbt er Hunger und sein Organismus ist nicht in Balance. Er müsste es erneut versuchen – nachdem er wieder Kraft geschöpft hat.

Teil 2, der Parasympathikus:

Einsatz von rückwärtigem Teil (sog. Dorsaler Vagus) bei Bedrohung/ Lebensgefahr, die nicht durch Kampf oder Flucht behoben werden kann. Dieses Ass zieht das autonome Nervensystem aus dem Ärmel, wenn es aufgrund äußerer und innerer Validierung feststellt, dass Kamf oder Flucht zur Sicherung des Überlebens absolut ausgeschlossen sind. Um zu überleben schaltet das System nun auf Freeze/Erstarrung. Auf deutsch: der Organismus stellt sich tot.

Dieser Zustand wird so lange physiologisch aufrecht erhalten, wie das Nervensystem durch innere oder äußere Messung eine Lebensgefahr für den Organismus erkennt und meldet.

Beispiel aus dem Tierreich: Die Antilope, die der Gepard jagte, stellt sich in dem Moment tot, als ihr Jäger sie fängt und zu Boden reißt. Das Nervensystem meldet ‚absolute Lebensgefahr – Kampf oder Flucht ausgeschlossen‘. Das Nervensystem ist so ausgeklügelt, dass es weiß, der Jäger ist nur an sich wehrender, lebendiger Beute interessiert. Wenn er durch Signale merkt ‚die Beute ist nicht am Leben, sie ist tot‘ lässt er von ihr ab. Die Evolution hat ihn gelehrt tote Beute kann Lebensgefahr durch Vergiftung etc. bedeuten. Sein ablassen von der vermeintlich leblosen Beute wäre also eine sein eigenes Überleben sichernde Reaktion seines autonomen Nervensystems.

Und das sich-tot-stellen des Organismus des Antilope sichert wiederum ihr Überleben.

Sobald die Lebens-Gefahr vom Nervensystem als vorüber in den Organismus gemeldet wird, wird die Antilope aufspringen und fliehen. Danach kehrt sie zu ihrer Herde, der sicheren Gemeinschaft zurück, schüttelt den Stress des Nervensystems im wahrsten Sinne des Wortes ab, und hat ihn auch bereits vergessen. Homöostase erfolgreich wieder hergestellt.

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Mögliche Zeichen und Folgen einer Überbeanspruchung beziehungsweise einer zu langen Aufrechterhaltung des Freeze/Erstarrung Zustandes bei Menschen sind beispielsweise:

  • Depression, Niedergeschlagenheit
  • Suchtverhalten jedweder Art, Essstörung (zu viel/zu wenig)
  • Übererregbarkeit/High Arrousal
  • Himmel hoch jauchzend-zu Tode betrübt
  • Energielosigkeit
  • sich isolieren/isoliert fühlen, kaum soziale Kontakte
  • kein Zugang zu Emotionen und Gefühlen
  • Ängste
  • fehlende Sinnhaftigkeit
  • Suizid-Gedanken.

Wir kennen dieses Verhalten vom Menschen. Von Tieren äußerst selten.

Um es deutlich zu machen, selbst, wenn eine Gefahr für Leib und Leben oder gar eine Lebensbedrohung im Äußeren nicht mehr vorhanden ist, kann der menschliche Organismus sie noch für wahr halten und den dazugehörenden autonomen Zustand des entsprechenden Nervensystemkreislaufs aufrecht halten: Kampf, Flucht oder erstarren/einfrieren/abschalten. Dies kann für längere bis ganz lange Zeit geschehen. Dies geschieht durch ein Feststecken im jeweiligen neuronalen Kreislauf.

Darauf werde ich im Video der buchbaren Programm-Optionen weiter eingehen.

Kommen wir nun zum dritten Teil unseres autonomen Nervensystems, der der wichtigste für eine gesunde Homöostase ist:

Ventraler Vagus:

Teil des sozialen Nervensystems – dieses ist Hauptregulator für den Einsatz und die Regulation von Sympathikus und Parasympathikus durch die sogenannte Vagus Bremse (gehe ich im Video weiter drauf ein) – um soziale Gemeinschaft in Sicherheit zu leben, um adäquat, angemessen und gesund zu re-agieren, und um zu lernen und sich gesund zu entwickeln.

  • Notwendig für gesunde Homöostase physisch, mental und emotional.
  • Notwendig für sicheres sich-verbinden und einlassen können, Nähe, Intimität und sich mit dem Höheren Selbst verbinden können.
  • Notwendig zur Entwicklung eines autonomen Selbst/Ich.

Der ventrale Vagus-Ast ist Teil dessen, was von Stephen Porges das ‚Social Engagement System‘ (soziales Nervensystem) getauft wurde. Es bedingt, sich mit anderen Lebewesen in einem Gefühl der Sicherheit zu verbinden, nährende Kontakte und Beziehungen zu erfahren, Nähe zu suchen und diese zu leben, und miteinander zu interagieren.

Vielleicht werden Sie jetzt fragen „Und was ist bitteschön mit dem Gepard und der Antilope? Da geht es ja sicher nicht um freundliches miteinander sprechen oder was trinken!“ Stimmt. Unser soziales Nervensystem sichert das Überleben und das soziale Interagieren in Sicherheit. Der Gepard kann nicht kochen oder in ein Restaurant gehen, und einen Lieferservice gibt es ebenso wenig. Er muss jagen und die Beute erlegen und fressen. Aber das Verhalten innerhalb seiner Art und seiner Familie – also der Geparden – ebenso wie in der Herde der Antilopen untereinander ist ein soziales Gefüge, in dem es sichere Nähe gibt. Und diese Nähe gewährt wiederum Schutz.

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Welchen Einfluß hat das soziale Nervensystem auf unser Leben?

Ventral, dorsal … was ist das?

Der ventrale ( = vorne gelegen) und der dorsale ( = hinten gelegen) Vagus-Ast gehören beide zum Nervus Vagus = dem 10. Hirn-Nerv. Er ist der längste Hirn-Nerv. 20% der Nervenbahnen gehen vom Gehirn in den Körper und 80% des Vagus-Nervs senden Körperinformationen an das Gehirn zurück. Bei Austritt des Vagus aus dem Hirnstamm (unterer und ältester Teil des Gehirns, mündet in oberste Halswirbel) teilt er sich in einen vorderen Ast = ventral – die vordere Körperseite – Wirbelsäule, Lunge und Herz. Den anderen Menschen zugewandte (weiche, verletzliche, nährende) Seite für sozialen Kontakt, Berührung, Umarmung, Stillen, Halten, Kommunikation und Austausch. Und einen hinteren Ast = dorsal – die Körperrückseite, das Rückenmark, die Eingeweide. Nach hinten absichernde Seite (Rückgrat = Reste der Reptilien).

Der vordere Vagus-Nerv bildet zusammen mit 4 weiteren Hirnnerven gemeinsam das soziale Nervensystem – um mit anderen lebenden Organismen zu interagieren, Nähe zu leben, uns  fortzupflanzen, uns zu er-nähren, zu verdauen, Nahrung aufzunehmen, zu kommunizieren, uns auszuruhen, zu spielen, sich zu messen, Neues zu er-forschen und zu er-proben, uns zu regenerieren, in Gemeinschaft zu leben, sich zu schützen und sich weiter entwickeln (Ablauf von vor-Empfängnis, zu Embryo, zu Säugling, Baby, Kleinkind … Erwachsener und Greis). Jedoch auch für Zustände der Verschmelzung (sexueller wie meditativer Natur) ist ein aktiviertes soziales Nervensystem essentiell.

Ohne Sicherheit kein aktives soziales Nervensystem

Aktiv angeschaltet kann unser ventraler Vagus und damit das gesamte soziale Nervensystem nur sein, wenn der innere Scanner Sicherheit meldet. Sowohl aus der Umwelt als auch aus dem Körperempfinden. Nicht automatisch und schon gar nicht immer bedeutet äußere Sicherheit (kein Gepard, kein Säbelzahntiger – dafür nette Musik, Essen und ein Dach über dem Kopf oder ein sich nähernder Partner) auch gefühlte innere Sicherheit. Das ist das Geschenk und die Krux zugleich des Säugetieres Mensch.

Unser soziales Nervensystem bildet sich in der Vor-Empfängnis Phase (epigenetisch), über die Embryonal-Phase bis in die Kleinkind-Phase aus. Dies tut es durch Co-Regulation. Jedes Baby-Säugetier ist für einige Zeit nach der Geburt alleine nicht über-lebens-fähig. Es braucht die Sicherheit, Fürsorge, körperliche Bindung (durch stillen, halten, tragen), Er-nährung und Co-Regulation für sein Nervensystem der Eltern oder anderer Bezugspersonen, um all die Eindrücke zu verarbeiten und um ein authentisches Selbst entwickeln zu können.

Danach leben wir als erwachsene Säugetiere unser Leben, in sozialem Kontakt und Austausch mit anderen Säugetieren. Um das zu können müssen wir durch Weitergabe der Gene unserer Vorfahren und durch Prägung in Mutterleib und Kindheit totale Sicherheit als essentiell stärkende Ressource erfahren, abgespeichert und er-lernt, integriert und damit gelernt haben.

Wir menschlichen Säugetiere haben folgendes alle gemeinsam:

Humans have a need for survive but a drive/thrive for connection“ Dr. Gordon Neufeld.

Das erklärt, warum wir erwachsenen Mensch-Säugetiere bei einem Partner bleiben, der uns Gewalt antut oder der geschlagene Hund bei seinem Herrchen. Der Drang nach Beziehung und Nähe steht hierarchisch noch über der Notwendigkeit zu Überleben. Und da kommt Stephen Porges mit seiner genialen Entdeckung wieder ins Spiel: Um Nähe zu er-leben, glücklich und erfüllt und gesund in Gemeinschaft zu leben und ‚groß zu werden‘ hat die Evolution uns den Parameter der gefühlten Sicherheit gegeben. In gefühlter Sicherheit lässt sich das alles nämlich ganz wunderbar tun. Und mal ehrlich: Wollen wir nicht lieber glücklich Leben als nur gestresst Über-Leben?

Die wesentlichen Bestandteile des soziale Nervensystem sind:

Muskulatur der oberen Gesichtshälfte (Augenmuskeln insbesondere), die Halsmuskulatur in Form von Schlucken und Sprechen: Larynx und Pharynx, und Herz und Lungen. Wie schon erwähnt ist die unabdingbare Natur des sozialen Nervensystems: gefühlte Sicherheit! Wir müssen uns sicher fühlen um mit anderen Menschen sozial in Gemeinschaft leben zu können. Um diese Nähe einzugehen, die wir dafür brauchen, muss das soziale Nervensystem Sicherheit aus der Scannung des äußeren Umfeldes und des Körperinneren  melden. Meldet es diese nicht, setzt der Überlebens-Modus in Form von Kampf oder Flucht oder Freeze/abschalten/tot stellen ein. Das ist lediglich überleben. Und ein physiologischer (also von der Natur eingerichteter und für gut befundener) Zustand, der nur in recht kurzen Zeitfenstern eingenommen werden sollte: also im Notfall!

Meldet es diese Sicherheit, leben wir! Und können uns entwickeln. Das ist der gesunde Ur-Zustand, den die Evolution für uns Säuge-Tiere gedacht hat.

Wie das geht?

Echt einfach. Stellen wir uns folgende Szene vor: Wir gehen auf eine Gruppe anderer Säugetiere zu. Ob Hunde oder Jugendliche oder Erwachsene. Unsere Augen scannen deren obere Gesichtspartie (daher sind die aktuellen Nase-Mund-Masken kein Hindernis für das Erkennen von Sicherheit). Ist die entspannt, also sicher– meldet unser Scan an unser gesamtes System ‚Sicherheit‘ zurück. Dann schauen wir uns aber auch noch die Körpersprache der Gruppe und Individuen an. Unser System nimmt gar ihre Schwingungen (Herzschlag, Puls) wahr. Und wir scannen über unser Innenohr die Frequenz ihrer Stimmen. Ist diese in einem hoch- oder niederfrequenten Bereich, oder spüren wir die Erregung des Pulses, den flatternden Atem der Gruppe (hätten wir das bereits an der oberen Gesichtsmuskulatur/Mimik erkannt) – aber spätestens jetzt wenden wir uns ab – weil unser System ‚Unsicher‘ ausgewertet hat.

Dieses Abwenden hat die Evolution perfekter Weise erschaffen um ein ’sich-hinwenden zu‘ und Nähe suchen in Sicherheit zu gewährleisten und ein ’sich-abwenden von‘ ohne jeglichen Kampf- oder Gewaltakt‘, sondern in Frieden zu sichern. Wie durchdacht und toll ist das! Und was haben wir daraus gemacht!

Ein Lächeln, das Sicherheit meldet, kommt aus dem Herzen. Aus der Verbindung zu sich und dem anderen Lebewesen: es kommt aus den Augen/Wangen. Das klingt verrückt. Aber probieren Sie das mal aus und machen Sie Fotos. Ihr Auge wird es nicht wahrnehmen, aber ihr Nervensystem schon. Lächeln Sie aus den ‚Augen‘ … dabei ziehen Ihre beiden Wangen aus einem Punkt etwas unterhalb der Augen rechts und links (etwa in der Mitte der Wange) die Lippen (Lefzen) nach oben. Das ist ein vollkommen anderes Lächeln als die Mundwinkel rechts und links zur Seite zu ziehen – denn die untere Gesichtsmuskulatur ist nach wie vor für das Jagen (Raubtierverhalten) gedacht. Wir hätten es hier also mit einem (falschen) Grinsen vor Verspeisung zu tun!

Buchung SSP Anwendung weltweit:

Folgende Buchungsmöglichkeiten habe ich für Sie entwickelt, damit Sie in den Genuss des Trainings kommen:

Paket 1

Light Contact:

  • Nutzung kompletter SSP Anwendung online für 1 Person (via App)
  • Online Tutorial Video über Polyvagal-Theorie, SSP und Anwendung, Ressourcen, Alltags-Übungen
  • Erst-Gespräch Online via Zoom, Feedback Bogen
  • Freischaltung und Zugang APP für 6 Wochen
  • 1 Zwischengespräch in den 6 Wochen
  • 1 Abschlussgespräch nach 6 Wochen

Kosten: 361 Euro

Jetzt anmelden!

Paket 2

Familien Special:

  • Nutzung kompletter SSP Anwendung online für Familie mit maximal 4 Mitgliedern (via App)
  • Online Tutorial Video über Polyvagal-Theorie, SSP und Anwendung, Ressourcen, Alltags-Übungen
  • Erst-Gespräch Online via Zoom, Feedback Bogen
  • Freischaltung APP für 10 Wochen
  • 2 Zwischengespräche in den 10 Wochen
  • 1 Abschlussgespräch nach 10 Wochen

Kosten: 571 Euro

Jetzt anmelden!

Paket 3

Close Contact:

  • Nutzung kompletter SSP Anwendung online für 1 Person (via App)
  • Online Tutorial Video über Polyvagal-Theorie, SSP und Anwendung, Ressourcen, Alltags-Übungen
  • Erst-Gespräch Online via Zoom, Feedback Bogen
  • Freischaltung und Zugang APP für 6 Wochen
  • 3 Zwischengespräche oder Co-Regulation in den 6 Wochen
  • 1 Abschlussgespräch nach 6 Wochen

Kosten: 500 Euro

Jetzt anmelden!

Erweiterung

Erweiterung

Zu jedem Paket kann ein Upgrade in Form eines weiteren Zugriffs auf die Playlist in ungefilterter Form via App gebucht werden. Diese ermöglicht bei Bedarf und zur Stabilisierung ein Hören der vormals gefilterten Musik wo und wann Sie wollen: im Bad, im Wald, im Auto, beim Yoga, beim Sport, beim Spülen, vor einem wichtigen Meeting oder Termin, vor nach einem anstrengenden, vollen Tag …

Kosten: 43 Euro pro Monat

Jetzt anmelden!

Das SSP-Programm biete ich auch für Unternehmen an.

Bitte kontaktieren Sie mich – ich erstelle Ihnen ein unverbindliches Angebot!

Voraussetzung für die Teilnahme: keine diagnostizierten mentalen oder psychischen Vorerkrankungen. Wir möchten niemanden ausschließen, deshalb arbeiten wir in diesen Fällen mit einem Münchner Arzt (Therapeut) zusammen.

Technische Voraussetzungen: Sie benötigen einen Über-Ohr-Kopfhörer und optimalerweise ein mobiles Endgerät wie Handy oder Tablet. Sie können auch ein Laptop oder einen Desktop-PC nutzen. Bitte bedenken Sie, dass ein funktionierender Kopfhöhrer-Anschluss vorhanden sein muss und dass eine Wohlfühl-Umgebung hilfreich sein kann.

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